
love to move move to love
Ich bin
Mein Name ist Julia, und ich bin so viel mehr als mein Name.
Ich bin eine Frau. Ich bin Tochter, Schwester, Enkelin und Tante, Freundin und auch ein guter Kumpel. Ich bin jemand, mit dem man Spaß haben, aber auch weinen kann.
Ich habe ein sehr großes Herz, und ich bin eine gute Zuhörerin, die es liebt, wenn Menschen sich ihr anvertrauen.
Ich bin Tänzerin und Sängerin, Träumerin und Visionärin, eine Künstlerin des Lebens, die gerne neue Erfahrungen sammelt. Ich liebe Abenteuer und genauso die Couch, die Natur und die Vielfalt der Stadt, die Stille und das Wilde, in dem ich mein Innerstes nach außen trage.
Und wenn ich das so lese, erinnert es mich sehr an Kinder. Ich bin immer noch gut in Kontakt mit meinem inneren Kind, und das liebe ich.


"Bevor ein Kind spricht, singt es.
Bevor sie schreiben, malen sie.
Sobald sie stehen, tanzen sie.
Kunst ist die Grundlage menschlichen Ausdrucks."
- Phylicia Rashad

Warum ich tanze
Schon bevor ich denken, schreiben und laufen konnte, habe ich getanzt. Diese Bewegungsform durfte mich meine ganze Kindheit begleiten und sogar darüber hinaus: im Kindertanzen als Kindergarten- und Volksschulkind, mit Freundinnen bei Auftritten in der Hauptschule und später in der höheren Schule, wo unsere Pädagogin das Potenzial in uns sah und uns für Schulprojekte eigene Choreografien erfinden ließ.
Nach der Schulzeit war der Tanz nur noch beim Fortgehen mein Begleiter. Acht Jahre lang war ich als Kellnerin in Österreich und der Schweiz unterwegs, und nach der Arbeit ging es als Erstes in die Disco. Dann erfuhr ich einen Schicksalsschlag, und nach diesem Tag war nichts mehr wie vorher. So taub war ich in mir, dass ich nach Dingen griff, in der Hoffnung, wieder mehr von mir zu spüren. Ich glitt weit von meinem Herzensweg ab.
Erst langsam begann ich zu heilen und bewusster zu werden. Ich spürte einen inneren Ruf, mich beruflich neu zu orientieren, und fragte mich: Wo habe ich meinen Weg nicht mehr gesehen? Was hat mir früher so sehr Freude bereitet?
Und da kam der Impuls, und es war glasklar: Ich werde tanzen.
Die Entscheidung stand schnell fest.
Ich machte die Ausbildung zur Bewegungs- und Tanzpädagogin an der Vitalakademie. Der Inhalt der Module sprach mich sehr an. Doch nach so langer Unterdrückung meiner Selbst ließ der Tanz so viel in mir hochsteigen, dass mein Nervensystem fast explodierte: all die Worte, die ich nie gesprochen hatte, all die Gefühle, die ich nicht ausdrücken konnte. Ich stand kurz vor dem Burnout. Kurz vor knapp entschied ich mich für das Aus meines Jobs und für den Kurs. Mit meinem Ersparten konnte ich gut ein Jahr leben, ohne zu arbeiten, und ich war ohnehin so sehr mit der inneren Arbeit an mir beschäftigt, dass für einen Job gar keine Zeit gewesen wäre. Anstatt zu kellnern wurde getanzt, gelebt und geheilt.
Was ich heute tue
Während dieser Zeit der inneren Arbeit wurde die Idee geboren, das Gelernte auch hier in Waidhofen weiterzugeben, in Kursen und Workshops, in denen meine Leidenschaft eine Form bekam. Doch von den Kursen allein konnte ich weder meine Wohnung noch mein Essen bezahlen, und so durfte ich mir einen zweiten Kindheitstraum erfüllen.
Nämlich das Arbeiten mit Kindern.
Der Tanz hatte mein Herz und meine Gefühle wieder spürbar gemacht, und genau das spürte ich sofort, als sich mir die Arbeit in einem Kindergarten zeigte. Seit 2023 darf ich dort als Betreuerin arbeiten. Mit meiner Erfahrung als Tanz- und Bewegungspädagogin und meiner Intuition, der ich zu hundert Prozent vertrauen darf, ergänzt sich die Kinderbetreuung ideal.
Ein weiterer Herzensweg zeigte sich schon während der Ausbildung an der Vitalakademie. Ich spürte, dass das freie Bewegen - aus dem Bauch heraus tanzen - ein Weg ist, der noch mehr in mein Leben darf.
Zwei Jahre später zeigte mir meine Intuition welche Richtung ich gehen darf. Ich darf das Facilitator Training für den Liberation Dance mitmachen. Durch diesen Tanz durfte ich noch tiefer in mein Gefühl und in Verbindung mit meinem Körper kommen.
Nach zwei Trainings darf ich nun auch mit diesem Werkzeug Menschen begleiten. Es ist weniger eine Ausbildung als eine Bildung für sich selbst, und sie hat mir gezeigt, was es wirklich heißt, nach innen zu schauen.
Schön war dieser Weg nicht immer, das gebe ich offen zu, denn hier durfte ich meinen Ängsten und meinen Schatten begegnen. Doch genau das schätze ich auch sehr am Tanzen bzw. am Leben: Nicht nur das Schöne zu sehen. sondern auch das Schöne im Schatten zu erkennen.
Für mich ist Liberation Dance ein spiritueller Weg, der mir gezeigt hat, was es heißt, wirklich zu leben, was alles zum Leben gehört und wofür ich hier bin:
Meinen Gefühlen Raum zu geben, dort, wo es sicher ist, sie freizulassen: Das ist es, was ich weitergeben möchte. Wir werden oft dazu erzogen, brav zu sein und Gefühle runterzuschlucken, bis wir bald gar nicht mehr wissen, was wir selbst meinen.
Wir Menschen sind hier auf der Welt, um zu fühlen, und zwar jegliche Art von Gefühlen. Sie lassen uns Mensch sein, und gerade die Wut und die Traurigkeit lassen uns wachsen und gedeihen. Und dadurch wir diese wahrnehmen, können wir die Freude und die Liebe auch schätzen lernen und dankbarer sein für das Schöne des Lebens.
